Holz100 erklärt: Wandaufbau und was ein Vollholzhaus von Blockbau und Holzriegelbau unterscheidet
Holz100 ist in aller Munde, aber kaum jemand kann in zwei Sätzen sagen, was die Wand eigentlich ist. Die Kurzfassung: mehrere Lagen Vollholz, kreuzweise übereinander und mit Holzdübeln verbunden, ohne Leim. Warum das für Ihr Bauvorhaben einen Unterschied macht, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag Schritt für Schritt: Wandaufbau, Wandstärken, Decke und Dach, der Vergleich mit Blockbau und Holzriegelbau und die Grenzen, über die ein Verkäufer ungern spricht. Als Thoma-Partner realisieren wir Vollholzhäuser mit Holz100, deshalb kennen wir beide Seiten.
Was Holz100 ist – und was nicht
Holz100 ist der Markenname für das Vollholz-Bausystem von Thoma. Gemeint ist kein Fertigprodukt von der Stange, sondern ein Wandsystem: Außenwand, Innenwand, Decke und Dachplatte bestehen aus demselben Material, nämlich Fichte. Auf unserer Seite zum Vollholzhaus von Thoma steht es so: 100 Prozent Fichte, ohne Leim, ohne chemische Behandlung.
Was Holz100 nicht ist: ein Holzhaus mit einer Wand aus Holzwerkstoffplatten, Dämmung und Folien, das außen eine Holzoptik trägt. Der Unterschied liegt im Inneren der Wand. Wer „Holzhaus“ sagt, kann damit sehr verschiedene Bauweisen meinen, und genau deshalb lohnt der genaue Blick.
Praktisch erkennen Sie den Unterschied schon beim Angebot. Fragen Sie bei jedem Holzhaus-Angebot nach dem Wandaufbau von innen nach außen: Welche Schichten gibt es, woraus bestehen sie, und was davon ist tragend? Bei Holz100 ist die Antwort kurz, weil die Wand im Wesentlichen aus einem Material besteht. Bei anderen Bauweisen ist die Antwort länger, und das ist nicht automatisch schlecht, aber Sie sollten sie kennen, bevor Sie unterschreiben.
Der Wandaufbau: Lagen, Dübel, kein Leim
Eine Holz100-Wand entsteht aus mehreren Lagen Vollholz. Die Bretter der einzelnen Lagen liegen kreuzweise zueinander, so wie bei Sperrholz, nur eben aus massivem Holz und in voller Wandstärke. Zusammengehalten werden die Lagen nicht durch Klebstoff, sondern durch Holzdübel, die durch alle Lagen getrieben werden.
Das hat eine praktische Folge: Die Wand besteht aus einem einzigen Baustoff. Sie müssen keine Schichten aufeinander abstimmen, und Sie müssen später keine Schichten trennen, wenn das Haus einmal umgebaut oder rückgebaut wird. Warum Thoma bei Holz100 auf Leimfreiheit setzt und was das für das Wohnen bedeutet, haben wir in unserem Beitrag Vollholzhaus ohne Leim: gesund wohnen mit Holz100 ausführlich beschrieben. Hier geht es um den Aufbau.
Dazu kommt ein handwerklicher Aspekt: Die Dübel müssen passgenau sitzen, damit die Lagen zusammenhalten. Das geschieht im Werk, unter kontrollierten Bedingungen, und nicht auf der Baustelle bei Regen oder Frost. Auf der Baustelle werden die fertigen Elemente nur noch gesetzt. Das ist auch der Grund, warum die Bauzeit vor Ort kurz ausfällt.
Wandstärken von 17 bis 36 Zentimeter
Holz100 gibt es nicht in einer einzigen Stärke, sondern in fünf Außenwand-Varianten. Die Angaben stammen von unserer Leistungsseite:
- 17 Zentimeter: das Einsteigermodell für die Außenwand, gedacht für ein kostenorientiertes Budget.
- 20 Zentimeter: bietet durch den dicken Wandaufbau einen hohen Brandschutz.
- 25 Zentimeter: die erste Variante, die als „Holz100-Thermo“ ausgeführt wird und deshalb höhere Dämm-Eigenschaften hat als normales Vollholz.
- 30 Zentimeter: knapp 140 Kilogramm je Quadratmeter, mit hoher Speicherfähigkeit für Heiz- und Kühllastspitzen.
- 36 Zentimeter: die dickste Außenwand, die ein Bauen ohne zusätzliche Dämmung ermöglicht.
Welche Stärke zu Ihnen passt, hängt vom Grundstück, vom Budget und vom gewünschten Wohnklima ab. Eine Pauschalempfehlung wäre unseriös, wir rechnen das im Gespräch mit Ihnen durch.
Decke und Dach aus demselben Material
Auch die Decken und die Dachplatte werden bei Holz100 aus Vollholz gefertigt. Es gibt sie in 17 und 21 Zentimeter. Die 21er Variante erreicht dank Ober- und Untergurt Spannweiten über 5 Meter, und durch die zwei Innenlagen wirkt sie zusätzlich statisch aussteifend. Die 17er Variante hat ähnliche Spannweiten, steift aber weniger aus und ist die kostenoptimierte Lösung.
Für Sie heißt das: Wand, Decke und Dach sprechen dieselbe Sprache. Das erleichtert die Planung, weil weniger verschiedene Systeme zusammenpassen müssen.
Blockbau: der Klassiker im Vergleich
Beim klassischen Blockbau werden Balken oder Bohlen waagrecht übereinandergelegt und an den Ecken verkämmt. Die Wand besteht ebenfalls aus massivem Holz, ist aber einlagig: Die Fasern laufen durchgehend waagrecht. Holz arbeitet quer zur Faser deutlich stärker als längs, deshalb setzt sich ein Blockbau mit den Jahren und muss bei Fenstern, Türen und Installationen darauf Rücksicht nehmen.
Bei Holz100 liegen die Lagen kreuzweise. Das Quellen und Schwinden der einzelnen Lagen wird dadurch gegenseitig gebremst. Der Blockbau ist deswegen nicht schlecht, er hat seinen Platz bei Blockhütten und Gartenhäusern. Wenn Sie aber ein Haus für ganzjähriges Wohnen planen, ist der Wandaufbau ein anderer, und die Fragen zur Setzung, zu den Fugen und zur Dämmung stellen sich anders.
Ein ehrlicher Hinweis dazu: Auch ein Holz100-Haus bleibt ein Holzhaus. Holz nimmt Feuchte auf und gibt sie wieder ab, und das ist bei jeder Holzbauweise eine Frage der Planung, vom Sockel bis zur Fassade. Wie der Übergang zwischen Haus und Boden gelöst wird, ist wichtiger als der Prospekt-Slogan der Wand.
Holzriegelbau: Gerüst, Dämmung, Folie
Der Holzriegelbau, oft auch Holzständerbau genannt, ist die verbreitetste Holzbauweise. Ein Gerüst aus Ständern und Riegeln wird auf einer oder beiden Seiten beplankt, die Hohlräume dazwischen werden mit Dämmstoff gefüllt, dazu kommen Dampfbremse und Windpapier. Das Holz übernimmt hier vor allem die tragende Aufgabe, die Dämmung übernimmt ein anderer Baustoff.
Das ist kein Nachteil, sondern ein Prinzip: Jede Schicht hat ihre Aufgabe, und die Schichten müssen sauber aufeinander abgestimmt sein. Je mehr Schichten, desto wichtiger wird die saubere Ausführung jeder einzelnen, besonders an Anschlüssen, Fenstern und Durchdringungen. Bei einer Wand aus einem Material gibt es dort schlicht weniger Stellen, an denen etwas schiefgehen kann.
Der Riegelbau ist schlank, schnell und gut planbar. Eine Holz100-Wand ist dicker, dafür besteht sie aus einem Material und kommt ohne Dampfbremse und ohne eigene Dämmschicht aus. Beides sind legitime Wege. Wer ein möglichst schlankes Haus will, ist beim Riegelbau gut aufgehoben. Wer eine Wand aus einem Stoff will, schaut sich Holz100 an.
Was Holz100 für die Planung bedeutet
Die Fertigung erfolgt bei Thoma ausschließlich in Österreich, in enger Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern. Die Bauteile werden vorgefertigt, dadurch steht das Haus auf der Baustelle in kurzer Zeit und ist nach wenigen Monaten bezugsfertig. Der Innenausbau richtet sich danach ganz nach Ihren Wünschen.
Für Sie als Bauherr bedeutet das vor allem Planbarkeit. Sie legen früh fest, welche Wandstärken Sie wollen, wo Fenster und Türen sitzen und wie die Decken verlaufen, denn vorgefertigte Elemente lassen sich auf der Baustelle nicht mehr „mal eben“ ändern. Dafür wissen Sie genau, was geliefert wird. Wer ein kleineres Projekt plant, etwa ein Wohnhaus im kompakten Format, findet auf der Seite zum Tiny Haus Hoizhoamat eine verwandte Idee.
Wer ein Haus plant, denkt auch ans Drumherum: Wie ein Holz100-Haus auf einem Schraubfundament stehen kann, lesen Sie in unserem Beitrag zum Schraubfundament. Und wie eine Holz100-Wand in einer besonderen Form aussieht, zeigt der Beitrag über das A-Frame Haus aus Vollholz. Welches Holz bei Thoma verbaut wird, erklärt der Beitrag zum Mondholz.
Wo die Grenzen liegen
Klartext: Holz100 ist nicht für jedes Vorhaben die beste Wahl. Die Wand ist dicker als eine Riegelwand, das kostet Grundfläche oder verkleinert bei gleichem Außenmaß den Wohnraum etwas. Ein Vollholzhaus ist in der Regel auch nicht die günstigste Art, ein Haus zu errichten. Und: Zahlen zu Preis und Wärmedurchgang nennen wir nicht pauschal, weil sie von Wandstärke, Größe und Ausstattung abhängen.
Auch beim Grundriss gilt: Eine dicke Wand verändert die Raumaufteilung. Gerade bei kleinen Grundstücken oder knappen Grundrissen sollten Sie die Wandstärke von Anfang an in die Planung einrechnen und nicht erst beim Einreichplan merken, dass Zimmer kleiner ausfallen als gedacht. Auch Leitungen für Strom und Wasser brauchen bei einer massiven Wand eine durchdachte Planung vorab, weil nachträgliches Aufstemmen nicht vorgesehen ist.
Wer ein sehr knappes Budget hat, sollte ehrlich vergleichen. Die 17er Wand ist der Einstieg, aber auch sie ist ein Vollholzhaus mit allem, was dazugehört. Wir sagen Ihnen im Gespräch lieber vorher, was passt und was nicht, als später zu erklären, warum etwas nicht passt.
Häufige Fragen zu Holz100
Ist Holz100 dasselbe wie Massivholz?
Nicht ganz. Massivholz beschreibt das Material, Holz100 ein bestimmtes Bausystem aus mehreren Lagen Vollholz, die mit Holzdübeln verbunden sind. Ein Balkenhaus aus Massivholz ist deshalb noch kein Holz100-Haus.
Brauche ich zusätzlich eine Dämmung?
Das hängt von der Wandstärke ab. Die 36er Außenwand ermöglicht laut unserer Leistungsseite ein Bauen ohne Dämmung, die 25er wird als „Holz100-Thermo“ mit höheren Dämm-Eigenschaften ausgeführt. Was für Ihr Projekt gilt, klären wir bei der Planung.
Wie lange dauert es, bis das Haus fertig ist?
Durch die Vorfertigung der Elemente ist das Haus innerhalb kürzester Zeit errichtet und nach wenigen Monaten bezugsfertig. Eine genaue Dauer nennen wir erst, wenn Größe und Ausbau feststehen.
Wo wird Holz100 gefertigt?
Die Fertigung erfolgt ausschließlich in Österreich, in enger Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern.
Kann ich Holz100 auch für einen Zubau verwenden?
Ja, ein Zubau an ein bestehendes Haus ist möglich, wir haben bereits einen realisiert. Ob das für Ihr Haus passt, hängt vom Bestand ab, und das sehen wir uns vor Ort an.
Fazit
Holz100 ist eine Wand aus mehreren kreuzweise verlegten Lagen Vollholz, verbunden mit Holzdübeln, ohne Leim. Gegenüber dem Blockbau sind die Lagen kreuzweise gelegt, gegenüber dem Holzriegelbau besteht die Wand aus einem einzigen Material. Beides hat Konsequenzen für Wandstärke, Planung und Budget. Wenn Sie wissen wollen, ob Holz100 zu Ihrem Vorhaben passt, sehen Sie sich unser Vollholzhaus von Thoma an, schauen Sie bei Rund ums Haus vorbei oder rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen ehrlich, was möglich ist.