Stiege nach Maß: vom Aufmaß bis zur Montage — und woraus sich der Preis zusammensetzt

Stiege nach Maß: Wangenstiege aus Holz mit Stabgeländer, von Steinkogler passgenau in einen Raum mit Holzdecke eingesetzt

Wer eine neue Stiege sucht, landet schnell bei Katalogmaßen und Pauschalpreisen. Nur passt eine Stiege von der Stange selten in ein echtes Haus: Die Geschosshöhe weicht ab, die Deckenöffnung ist ein paar Zentimeter zu knapp, die Wand steht nicht im rechten Winkel. Eine Stiege nach Maß wird für genau Ihre Einbausituation geplant und gefertigt. Das braucht mehr Abstimmung als ein Fertigteil, erspart Ihnen aber das Nacharbeiten auf der Baustelle und die Kompromisse, mit denen Sie danach jahrzehntelang leben. Wir zeigen Ihnen in Klartext, wie der Weg vom ersten Anruf bis zur Übergabe bei Steinkogler abläuft und woraus sich der Preis zusammensetzt.

Was eine Stiege nach Maß ausmacht

Nach Maß heißt nicht nur, dass die Stiege in die Öffnung passt. Es heißt, dass Steigung, Auftritt, Laufbreite, Form, Holzart, Oberfläche und Geländer auf Ihr Haus und auf Ihren Alltag abgestimmt werden. Eine gerade Stiege im Neubau hat andere Anforderungen als eine gewendelte Stiege im Altbau, in dem keine Wand wirklich gerade ist. Eine Außenstiege muss mit Regen, Frost und Schnee zurechtkommen, eine Innenstiege mit Kinderfüßen, Socken und dem Staubsauger.

Die Bandbreite ist groß: eingestemmte oder aufgesattelte Holzwangenstiegen, Stahlwangenstiegen, Bolzenstiegen, Spindelstiegen, Kragarmstiegen mit schwebenden Stufen, Faltwerkstiegen, Trittstufen auf einer bestehenden Betonstiege oder platzsparende Raumspar- und Klappstiegen für den Dachboden. Welche Konstruktion passt, hängt vom Platz, von der Tragfähigkeit der Wände und vom Stil Ihres Hauses ab. Einen Überblick über die Varianten und viele umgesetzte Beispiele finden Sie bei unseren Stiegen und Geländern.

Schritt 1 und 2: Anfrage und Beratung bei Ihnen vor Ort

Am Anfang steht ein Anruf oder eine Anfrage über das Kontaktformular. Dafür brauchen Sie noch keinen fertigen Plan. Hilfreich sind ein paar Fotos der Einbausituation, die ungefähre Geschosshöhe und eine Vorstellung davon, was Ihnen gefällt. Ein Foto einer Stiege, die Sie irgendwo gesehen haben, sagt oft mehr als jede Beschreibung.

Danach kommt ein Mitarbeiter zu Ihnen. Das ist kein Formalakt: Vor Ort sieht man, ob die Deckenöffnung ausreicht, wo Leitungen verlaufen, ob eine Wand für eine wandseitige Befestigung taugt und wie das Material ins Haus kommt. Gleichzeitig besprechen wir Ihre Wünsche: Holzart, Form, Geländer, Beleuchtung. Manche Idee lässt sich eins zu eins umsetzen, manche braucht eine Anpassung. Das sagen wir Ihnen gleich beim Termin, nicht erst nach dem Auftrag.

Schritt 3: Die Kalkulation — ein Angebot, das Sie lesen können

Nach dem Termin erstellen wir ein individuelles Angebot. Individuell heißt: Es beruht auf Ihrer Einbausituation und Ihren Entscheidungen, nicht auf einem Preis aus der Tabelle. Deshalb nennen wir hier auch keinen Pauschalpreis. Eine seriöse Zahl gibt es erst, wenn Konstruktion, Holzart, Geländer und Montage feststehen.

Ein gutes Angebot zeigt, welche Konstruktion, welche Holzart, welche Oberfläche und welches Geländer gemeint sind und ob Montage und Anlieferung enthalten sind. Vergleichen Sie Angebote verschiedener Betriebe immer auf dieser Ebene. Eine niedrige Zahl, bei der das Geländer oder die Montage fehlt, ist kein günstiges Angebot, sondern ein unvollständiges. Fragen Sie im Zweifel nach, was genau enthalten ist, bevor Sie zwei Summen nebeneinanderlegen.

Schritt 4: Das Naturmaß — warum erst nach dem Auftrag gemessen wird

Bei Auftragserteilung nehmen wir das Naturmaß, und die Anzahlung wird fällig. Das Naturmaß ist das exakte Aufmaß am Rohbau: Geschosshöhe von Fertigfußboden zu Fertigfußboden, Maße der Deckenöffnung, Wandverläufe und Winkel. Erst diese Werte sind die Grundlage für die Produktionspläne.

Warum nicht früher? Weil Pläne und Wirklichkeit auf der Baustelle auseinanderliegen. Ein Estrich, der einen Zentimeter höher ausfällt, verändert jede einzelne Steigung. Wichtig für Sie: Klären Sie vor dem Aufmaß, wie hoch der fertige Bodenbelag oben und unten wird. Parkett, Fliesen oder ein Teppich machen einen Unterschied, und genau dieser Unterschied entscheidet, ob die erste oder die letzte Stufe aus der Reihe tanzt. Eine Stufe, die ein paar Zentimeter höher ist als die anderen, spürt man bei jedem Schritt.

Schritt 5 und 6: Produktion, Montage und Übergabe

Aus dem Naturmaß entstehen die Produktionspläne. Sie bekommen sie zur Freigabe, bevor gefertigt wird. Das ist der Moment, in dem Sie Laufrichtung, Stufenaufteilung und Geländer noch einmal in Ruhe prüfen. Erst nach Ihrer Freigabe geht Ihre Stiege in die Fertigung.

Die Montage übernehmen erfahrene Monteure. Sie setzen die Stiege ein, prüfen sie und übergeben sie Ihnen. Den Restbetrag zahlen Sie erst nach der Fertigstellung. Solange im Haus noch gearbeitet wird, stellen wir Ihnen eine kostenlose Baustellentreppe zur Verfügung, damit die neue Stiege nicht als Arbeitsweg für alle anderen Gewerke herhalten muss. Auf unsere Stiegen erhalten Sie 5 Jahre Garantie.

Woraus sich der Preis einer Stiege nach Maß zusammensetzt

Wer nach dem Preis fragt, bekommt von uns keine Fantasiezahl, sondern die Faktoren, die ihn bestimmen. Sie helfen Ihnen, Angebote einzuordnen und selbst an den richtigen Stellen zu entscheiden:

  • Konstruktion: Eine gerade Wangenstiege ist in der Fertigung einfacher als eine gewendelte. Eine Kragarmstiege mit schwebenden Stufen braucht eine tragfähige Wand und mehr Aufwand bei der Befestigung. Gebogene Stiegen sind der aufwendigste Fall.
  • Form und Stufenzahl: Jede Wendelung, jedes Podest und jede zusätzliche Stufe bedeutet mehr Zuschnitt und mehr Planung.
  • Holzart: Die Auswahl reicht von Fichte, Lärche und Buche über Eiche, Esche und Nussbaum bis zu Exoten wie Jatoba oder Iroko. Auf Wunsch verarbeiten wir auch Ihr eigenes Holz.
  • Ausführung der Stufen: durchlaufend verleimt in Dielenoptik oder keilverzinkt in Parkettoptik. Beides wirkt anders und wird anders gefertigt.
  • Oberfläche: geölt, gebürstet, lackiert oder fein geschliffen. Jede Variante hat ihren eigenen Arbeitsschritt und ihren eigenen Pflegeaufwand.
  • Geländer: Holz, Edelstahl, Stahl oder Glas, mit Stäben, Seilen oder als pfostenloses Nurglasgeländer.
  • Extras: LED-Beleuchtung in den Stufen, Stufenteppich, eine kindersichere Ausführung oder bei Außenstiegen eine Beheizung gegen Eisbildung.
  • Montage und Anlieferung: Einbringung ins Haus, Stockwerk, Zufahrt und Montageaufwand vor Ort.

Das Geländer verdient einen eigenen Hinweis: Bei gleichem Stiegenkörper kann der Unterschied zwischen einem einfachen Stabgeländer und einem Glasgeländer beträchtlich sein. Es ist oft ein größerer Posten, als man zu Beginn erwartet. Wenn das Budget eng ist, lohnt sich hier ein ehrlicher Vergleich der Varianten.

Wo Sie sparen können — und wo besser nicht

Sparen lässt sich bei der Form, bei der Holzart und bei den Extras. Eine gerade Stiege statt einer gewendelten, Buche oder Esche statt Nussbaum, geölt statt aufwendig veredelt: Das sind legitime Stellschrauben, die an der Qualität der Stiege nichts ändern. Auch die Beleuchtung lässt sich später nachrüsten, wenn die Leerverrohrung vorbereitet ist.

Nicht sparen sollten Sie beim Aufmaß, bei der Befestigung und bei der Sicherheit. Steigungsverhältnis, Laufbreite, Geländerhöhe und die Abstände im Geländer sind in Österreich in der OIB-Richtlinie 4 und in der ÖNORM B 5371 geregelt. Was davon verbindlich gilt, legt die Bauordnung Ihres Bundeslands fest. Diese Vorgaben sind die Mindestanforderung an jede Stiege, keine Besonderheit. Wer hier kürzt, hat am Ende eine Stiege, die zwar gut aussieht, auf der man aber nicht gut geht.

Eine bewährte Faustregel für angenehmes Gehen ist die Schrittmaßregel: zwei Steigungen plus ein Auftritt ergeben rund 63 Zentimeter. Wie viel Spielraum Ihre Einbausituation dafür lässt, klären wir beim Termin vor Ort.

Stiege nach Maß im Holzhaus und im Tiny Haus

Im Holzhaus gelten eigene Spielregeln. Bei Wänden aus Vollholz, etwa bei einem Vollholzhaus von Thoma, lässt sich die Stiege direkt an der Massivholzwand befestigen. Wie, das stimmen wir am besten schon in der Planung des Hauses ab, damit die Befestigungspunkte dort sitzen, wo die Wand die Last gut aufnehmen kann.

Im Tiny Haus HoizHoamat ist jeder Zentimeter verplant. Hier kommen Raumspar- und Klappstiegen ins Spiel, die zur Schlafgalerie führen, ohne den Wohnraum zu blockieren. Auch diese Stiegen werden nach Maß gefertigt, weil Standardmaße in so kleinen Räumen selten aufgehen.

Und wenn Sie ohnehin mehr am Haus vorhaben: Von Fenstern und Türen über Böden bis zum Fundament koordinieren wir auch die Arbeiten rund ums Haus. So landet die Stiege nicht auf einer Baustelle, deren Bodenaufbau noch niemand kennt.

Häufige Fragen zur Stiege nach Maß

Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur fertigen Stiege?

Das hängt von Konstruktion, Holzart und Auslastung ab. Den realistischen Zeitplan nennen wir Ihnen mit dem Angebot. Planen Sie die Stiege früh ein: Das Naturmaß braucht einen fertigen Rohbau und bekannte Bodenaufbauten.

Was kostet eine Stiege nach Maß?

Eine seriöse Zahl gibt es erst nach dem Termin vor Ort, weil Konstruktion, Holzart, Oberfläche, Geländer und Montage den Preis bestimmen. Im individuellen Angebot sehen Sie, welcher Posten welchen Anteil hat.

Kann ich meine alte Stiege erneuern lassen, statt sie abzureißen?

Oft ja. Eine bestehende Betonstiege lässt sich mit Trittstufen aus Holz belegen, eine alte Holzstiege kann verkleidet werden. Ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, zeigt der Termin vor Ort.

Kann ich mein eigenes Holz verwenden?

Ja. Wir verarbeiten auf Wunsch auch Ihr eigenes Holz, sofern es für Stufen geeignet und ausreichend getrocknet ist. Das prüfen wir, bevor wir es einplanen.

Muss ich beim Naturmaß dabei sein?

Es ist sinnvoll. Offene Fragen zu Bodenaufbau, Laufrichtung oder Geländer lassen sich dann direkt vor Ort klären, statt später per Telefon.

Fazit: nach Maß heißt vorher genau hinschauen

Eine Stiege nach Maß ist kein Luxus, sondern die passende Antwort auf ein Haus, das nicht nach Katalog errichtet wurde. Der Preis ergibt sich aus Konstruktion, Holzart, Oberfläche, Geländer und Montage und aus dem Aufmaß, das all das erst passend macht. Bei Steinkogler läuft der Weg in sechs klaren Schritten: Anfrage, Termin vor Ort, Angebot, Naturmaß, Produktion sowie Montage mit Übergabe. Den Restbetrag zahlen Sie erst, wenn die Stiege steht. Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Stiege kostet, vereinbaren Sie einen Termin. Wir kommen vorbei, messen, beraten und sagen Ihnen offen, was geht. Inspiration für Ihr Projekt finden Sie vorab bei unseren umgesetzten Stiegen und Geländern.