Tiny-Haus aus Vollholz: was ein Tiny-Haus mit Holz100 ausmacht und was Sie vorher klären sollten

Ein Tiny-Haus aus Vollholz klingt für viele nach Gartenhütte mit Schlafplatz. Bei unserer HoizHoamat ist es etwas anderes: ein kleines, vollwertiges Haus mit derselben Wand wie ein großes Thoma-Holz100-Haus, nur eben im Kleinformat. Bevor Sie sich aber in Fotos von Holzfassaden und großen Fenstern verlieben, sollten Sie ein paar nüchterne Fragen klären. Darf das Haus auf Ihrem Grundstück überhaupt stehen? Worauf steht es? Und wofür wollen Sie es eigentlich nutzen? Wir von Steinkogler erklären Ihnen hier ohne Schönfärberei, was ein Tiny-Haus mit Holz100 ausmacht, wo seine Stärken liegen und wo die Grenzen sind.

Was ein Tiny-Haus aus Vollholz ausmacht

Der Begriff Tiny-Haus ist nicht geschützt. Darunter fällt vom umgebauten Bauwagen auf Rädern bis zum kleinen Fertigteilhaus so ziemlich alles, was wenig Grundfläche hat. Die Unterschiede liegen deshalb nicht im Namen, sondern im Detail, und das wichtigste Detail ist die Wand.

Viele Tiny-Häuser am Markt sind in Holzriegelbauweise errichtet: ein Gerüst aus Ständern, dazwischen Dämmung, dazu Folien und Beplankungen. Das ist eine bewährte und leichte Bauweise, aber sie besteht aus vielen Schichten, die auf engem Raum sauber zusammenspielen müssen. Unsere HoizHoamat ist dagegen vollmassiv aus Thoma Holz100 gefertigt. Die Wand besteht durchgehend aus Holz, ohne weiche Dämmstoffe und ohne verklebte Luftkammern.

Für Sie heißt das: Sie bekommen kein verkleinertes Ferienhaus in Leichtbauweise, sondern ein Massivholzhaus mit wenig Quadratmetern. Das merkt man beim Gewicht, beim Raumgefühl und bei der Frage, wie das Haus auf Temperaturschwankungen reagiert. Wie das Bausystem im Detail funktioniert und wie es sich von Blockbau und Holzriegelbau unterscheidet, lesen Sie in unserem Beitrag Holz100 erklärt: Wandaufbau und Unterschiede.

Der Wandaufbau: eine Wand, ein Baustoff

Eine Holz100-Wand entsteht aus mehreren Lagen Vollholz. Die Bretter liegen kreuzweise übereinander und werden nicht verklebt, sondern mit Holzdübeln verbunden, die durch alle Lagen getrieben werden. Die Wand trägt, dämmt und schließt den Raum ab, und das alles mit einem einzigen Material.

Das hat zwei praktische Folgen, die gerade beim Tiny-Haus zählen. Erstens gibt es keine Schichten, die sich gegeneinander verschieben, ablösen oder unterschiedlich arbeiten. Zweitens müssen bei einem späteren Umbau oder Rückbau keine verschiedenen Materialien getrennt werden. Was in der Wand steckt, ist Holz.

Holz100-Wände gibt es in Stärken von 17 bis 36 Zentimetern. Ab 25 Zentimetern wird die Wand als Holz100-Thermo ausgeführt und hat höhere Dämmeigenschaften als normales Vollholz. Welche Stärke für Ihr Tiny-Haus passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie es ganzjährig bewohnen oder nur in der warmen Jahreszeit nutzen. Eine pauschale Empfehlung geben wir Ihnen hier bewusst nicht, denn das klären wir in der Planung anhand Ihrer Nutzung und Ihres Standorts.

Raumklima auf wenigen Quadratmetern

Auf kleinem Raum fällt alles stärker ins Gewicht. Kochen, Duschen, Wäsche trocknen und schlichtes Atmen bringen Feuchtigkeit in die Raumluft, und die verteilt sich in einem Tiny-Haus auf viel weniger Kubikmeter als in einem Einfamilienhaus. Massivholz kann einen Teil dieser Feuchtigkeit aufnehmen und später wieder abgeben. Das ersetzt das Lüften nicht, glättet aber Spitzen.

Dazu kommt ein bauphysikalischer Punkt: Weil in der Wand keine Luftkammern und keine weichen Dämmschichten liegen, gibt es dort auch keine Hohlräume, in denen sich Feuchte unbemerkt sammeln könnte. Ehrlich gesagt heißt das aber nicht, dass Sie sich um nichts kümmern müssen. Ein Tiny-Haus braucht wie jedes Haus ein durchdachtes Lüftungskonzept, besonders dann, wenn Bad und Küche nur wenige Schritte vom Bett entfernt liegen.

Auch beim Temperaturverhalten macht die massive Wand einen Unterschied. Sie hat deutlich mehr Masse als eine leichte Ständerwand und nimmt Wärme langsamer auf und gibt sie langsamer ab. In einem kleinen Haus, das sich bei Sonne schnell aufheizt und bei Kälte schnell auskühlt, ist das ein spürbarer Vorteil.

Mobil oder fix: Ab- und Aufbau in wenigen Stunden

Die HoizHoamat lässt sich innerhalb weniger Stunden abbauen und an einem neuen Ort wieder aufstellen. Mobil heißt hier allerdings nicht, dass Sie das Haus wie einen Wohnwagen an die Anhängekupplung hängen. Mobil heißt: Das Haus kann als Ganzes versetzt werden, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern. Wie der Transport im Einzelfall abläuft, also Zufahrt, Stellfläche und Hebegerät, klären wir vorher vor Ort.

Diese Beweglichkeit ist kein Spielzeug, sondern für einige Situationen der eigentliche Grund für ein Tiny-Haus: wenn Sie auf einem Pachtgrund stehen, wenn Sie eine Übergangslösung bis zum großen Haus suchen oder wenn Sie ein Grundstück mit Bauzwang haben. Manche Gemeinden verpflichten Käufer von Bauland, innerhalb einer bestimmten Frist ein Gebäude zu errichten. Ob ein Tiny-Haus diese Pflicht erfüllt, entscheidet allerdings nicht der Hersteller, sondern die Gemeinde. Fragen Sie dort nach, bevor Sie sich darauf verlassen.

Wofür ein Tiny-Haus taugt und wofür nicht

Die Einsatzmöglichkeiten sind breiter, als viele glauben. Die HoizHoamat eignet sich als Gartenhaus oder Zubau, als Zweitwohnsitz oder Ferienhaus, als Jagdhütte, als Sauna- und Wellnesshaus, als Pool- oder Gästehaus und als Lösung für Grundstücke mit Bauzwang. Die Größe und Ausstattung passen wir dabei an den Zweck an.

Genauso ehrlich gehört aber dazu, wo die Grenzen liegen. Als Dauerwohnsitz für eine Person oder ein Paar funktioniert ein gut geplantes Tiny-Haus. Für eine Familie mit zwei Kindern wird es auf Dauer eng, und zwar nicht beim Schlafen, sondern beim Stauraum, beim Homeoffice und beim Besuch. Wer heute ein Tiny-Haus plant, sollte deshalb auch fragen, wie das Leben in fünf Jahren aussieht.

Ein paar Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Wie viele Personen wohnen dauerhaft im Haus, und wie oft kommt Besuch?
  • Brauchen Sie einen Arbeitsplatz, der nicht gleichzeitig der Esstisch ist?
  • Wo stehen Waschmaschine, Fahrräder, Gartengeräte und Wintersachen?
  • Soll das Haus ganzjährig bewohnt oder nur saisonal genutzt werden?

Wenn Sie diese Fragen vor dem ersten Gespräch beantwortet haben, wird die Planung deutlich kürzer und das Ergebnis passt besser.

Grundstück, Widmung, Einreichung: das klären Sie zuerst

Das ist der Punkt, an dem die meisten Tiny-Haus-Träume ins Stocken geraten, und zwar nicht wegen des Hauses, sondern wegen des Grundstücks. In Österreich ist das Baurecht Landessache. Niederösterreich, Oberösterreich und Wien haben jeweils eigene Bauordnungen, und innerhalb der Länder entscheiden Flächenwidmung und Bebauungsplan der Gemeinde.

Ein Tiny-Haus, in dem Sie wohnen, gilt in aller Regel als Gebäude und ist damit bewilligungs- oder anzeigepflichtig, ganz gleich, wie klein es ist. Für dauerhaftes Wohnen brauchen Sie normalerweise eine Widmung als Bauland. Auf Grünland ist ein Wohnhaus meist nicht zulässig, auch kein kleines. Dazu kommen Fragen wie Abstände zur Grundgrenze, Anschlusspflichten an Kanal und Wasser und die Zufahrt.

Unser Rat: Gehen Sie mit dem Grundbuchsauszug und einem Lageplan zum Bauamt Ihrer Gemeinde, bevor Sie einen Kaufvertrag für Grundstück oder Haus unterschreiben. Bei unserer HoizHoamat sind Planung und Einreichung inklusive. Wir bereiten die Unterlagen so auf, dass die Behörde damit arbeiten kann, und wissen aus Erfahrung, welche Fragen dort gestellt werden.

Fundament und Anschlüsse

Ein Massivholzhaus ist schwerer als ein Leichtbau-Tiny-Haus, und es braucht einen tragfähigen, ebenen Untergrund. Für ein Haus, das sich versetzen lässt, passt ein Fundament, das sich ebenfalls wieder entfernen lässt. Deshalb ist bei der HoizHoamat oft ein Schraubfundament die passende Lösung. Wann sie sich lohnen und wo sie an ihre Grenzen kommen, haben wir im Beitrag Schraubfundament für Holzhaus, Tiny-Haus und Gartenhaus erklärt. Je nach Boden und Nutzung kann auch ein klassisches Betonfundament die bessere Wahl sein.

Unterschätzt werden oft die Anschlüsse. Strom, Wasser und Kanal müssen zum Haus, und die Leitungen müssen frostsicher verlegt sein, sobald Sie im Winter dort wohnen. Bei einem fixen Standort ist das Routine. Bei einem Haus, das vielleicht in einigen Jahren umzieht, lohnt es sich, die Anschlüsse so zu planen, dass sie sich sauber trennen lassen. Fundament, Aushub, Elektroinstallation und Haustechnik koordinieren wir auf Wunsch aus einer Hand, mehr dazu unter Rund ums Haus.

Platz klug nutzen: Galerie, Stiege, Stauraum

In einem Tiny-Haus zählt jeder Zentimeter, und ein großer Teil davon steckt in der Höhe. Viele Grundrisse nutzen eine Galerie zum Schlafen oder als Stauraum. Die Frage ist dann, wie Sie hinaufkommen. Eine Leiter braucht kaum Platz, ist aber für den täglichen Gebrauch mühsam, vor allem mit voller Wäschekiste oder um zwei Uhr in der Früh.

Eine platzsparende Stiege mit versetzten Stufen braucht deutlich weniger Grundfläche als eine normale Stiege und lässt sich bequemer begehen als eine Leiter. Unter den Stufen kann sogar Stauraum entstehen. Ob eine solche Stiege für Ihren Zweck zulässig ist, hängt von der Nutzung und den Vorgaben der jeweiligen Bauordnung ab. Das prüfen wir in der Planung. Weil wir als Stiegenbauer auch Stiegen und Geländer selbst fertigen, bekommen Sie die Stiege passgenau zum Haus und nicht als Zukaufteil aus dem Katalog.

Beim Stauraum gilt: Was nicht eingeplant ist, steht später im Weg. Einbaukästen in Nischen, Schubladen unter der Sitzbank und Regale bis unter die Decke sollten im Plan stehen, bevor die erste Wand gefertigt wird.

Was den Preis eines Tiny-Hauses bestimmt

Eine seriöse Zahl für ein Tiny-Haus gibt es erst, wenn Größe, Nutzung und Standort feststehen. Wer Ihnen vorher einen Fixpreis nennt, rechnet entweder mit einem nackten Haus ohne alles oder schlägt den Rest später drauf. Damit Sie Angebote sinnvoll vergleichen können, sollten Sie wissen, welche Punkte den Preis bestimmen:

  • Grundfläche und Raumhöhe, also auch die Frage, ob es eine Galerie gibt
  • Wandstärke, abhängig von ganzjähriger oder saisonaler Nutzung
  • Ausstattung: Bad, Küche, Heizung, Einbaumöbel und Stiege
  • Fenster und Türen; bei uns kommen sie von WKF aus dem Pielachtal
  • Fundament, Transport und Aufstellung am Grundstück
  • Anschlüsse an Strom, Wasser und Kanal
  • Planung und Einreichung, die bei der HoizHoamat bereits enthalten sind

Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Summe unter dem Angebot, sondern auch, was darin steckt. Zwei Angebote mit ähnlichem Betrag können sich um Fundament, Einreichung und Anschlüsse unterscheiden, und genau diese Posten sind es, die später überraschen.

Häufige Fragen zum Tiny-Haus aus Vollholz

Brauche ich für ein Tiny-Haus eine Baubewilligung?

In den meisten Fällen ja. Sobald Sie in einem Tiny-Haus wohnen, wird es in der Regel wie ein Gebäude behandelt und ist bewilligungs- oder anzeigepflichtig. Was genau gilt, regeln die Bauordnung Ihres Bundeslandes und der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde. Die Einreichung übernehmen wir bei der HoizHoamat für Sie.

Kann ich ein Tiny-Haus im Garten als Gästehaus aufstellen?

Das ist eine der häufigsten Nutzungen. Ob es auf Ihrem Grundstück erlaubt ist, hängt von Widmung, verbleibender bebaubarer Fläche und Abständen zur Grundgrenze ab. Ein kurzer Termin beim Bauamt klärt das, bevor Sie Geld ausgeben.

Kann man in einem Tiny-Haus aus Holz100 auch im Winter wohnen?

Ja, wenn Wandstärke, Heizung und Anschlüsse darauf abgestimmt sind. Für ganzjähriges Wohnen planen wir eine stärkere Wand, ab 25 Zentimetern als Holz100-Thermo, und frostsicher verlegte Leitungen. Für eine Jagdhütte, die nur zeitweise genutzt wird, reicht oft weniger.

Wie schnell lässt sich die HoizHoamat versetzen?

Der Ab- und Wiederaufbau dauert wenige Stunden. Länger dauert in der Regel alles rundherum: die Bewilligung am neuen Standort, das Fundament und die Anschlüsse. Planen Sie dafür ausreichend Vorlauf ein.

Wo kann ich mir ein Tiny-Haus von Steinkogler ansehen?

In Texing. Dort können Sie die HoizHoamat persönlich besichtigen, die Holzwand angreifen und selbst spüren, wie sich der Raum anfühlt. Vereinbaren Sie dafür vorab einen Termin.

Fazit: erst klären, dann planen

Ein Tiny-Haus aus Vollholz ist kein Kompromiss aus Platzmangel, sondern ein kleines Massivholzhaus mit einer Wand aus einem einzigen Baustoff, ohne Leim, ohne weiche Dämmstoffe und ohne verklebte Luftkammern. Es lässt sich in wenigen Stunden versetzen und für sehr unterschiedliche Zwecke einsetzen. Ob es für Sie passt, entscheiden aber zuerst Grundstück, Widmung und Ihre ehrliche Antwort auf die Frage, wie Sie darin leben wollen.

Wenn Sie diese Punkte geklärt haben oder dabei Unterstützung brauchen, reden Sie mit uns. Wir von Steinkogler planen, reichen ein und fertigen Ihr Tiny-Haus, von der Wand bis zur Stiege. Alle Details, Anwendungsbeispiele und realisierte Projekte finden Sie auf unserer Seite zum Tiny Haus HoizHoamat, und wer lieber gleich größer denkt, findet beim Vollholzhaus von Thoma dasselbe System im Einfamilienhausformat.